Kostenlos anrufen: 0800 24 000 42   Standorte
Wenn’s mal passiert ist: So leisten pflegende Angehörige erste Hilfe bei Stürzen

Wenn’s mal passiert ist: So leisten pflegende Angehörige erste Hilfe bei Stürzen

„Shit happens“, würden Amerikaner sagen: Missgeschicke passieren nun mal – bei Menschen in fortgeschrittenem Lebensalter insbesondere sind es Stürze, die sich hin und wieder ereignen. Bei den über 65 Jahre alten Personen sind es mehr als ein Drittel, die mindestens einmal pro Jahr stürzen, in der Altersgruppe der über 80-Jährigen ist es sogar die Hälfte. Zum Glück gehen die meisten Stürze glimpflich aus – nur etwa 10 Prozent ziehen versorgungsbedürftige Verletzungen nach sich.

Bei den seltenen ernsthaften Verletzungen stehen Knochenbrüche an erster Stelle. Häufig sind es dann Frakturen des Handgelenks, des Oberarms, des Beckens (stabile oder instabile Beckenringfraktur) und des Schenkelhalses („Oberschenkelhalsbruch“), die bleibende Einschränkungen der Mobilität bis hin zur Pflegebedürftigkeit und Bettlägerigkeit zur Folge haben können. Zu den weiter verbreiteten Folgen gehören jedoch Hämatome, Prellungen, Schwellungen und kleine Verletzungen wie etwa Schürfwunden.

 

Richtig helfen bei Stürzen im Alter:

1) Lassen Sie keine Panik aufkommen – passiert ist passiert, und mit Ihrem Erscheinen kann sich die Situation nur noch verbessern.

2) Agieren Sie nicht hektisch und aufgeregt, sondern überlegt und planvoll. Überprüfen Sie, ob Ihr Angehöriger bei Bewusstsein und ansprechbar und die Atmung normal ist. Nur wenn dies nicht der Fall ist oder Ihr Angehöriger sehr starke Schmerzen bei Berührung hat oder sich überhaupt kaum rühren kann, aber auch wenn er infolge von Schnittverletzungen stark blutet, sollten Sie umgehend über Notruf einen Rettungsdienst verständigen.

3) In allen anderen Fällen bringen Sie Ihren Angehörigen zunächst in eine schmerzmindernde Position, überprüfen Sie den Körper auf Hämatome und versorgen Sie kleinere Verletzungen. Ein Kissen unter dem Kopf sorgt für eine bequeme Lage, und eine Decke hilft, dem Auskühlen vorzubeugen.

4) Bereiten Sie sodann alles für das Wiederaufrichten vor. Sorgen Sie für ausreichend Platz und schaffen Sie Hindernisse beiseite. Holen Sie Hilfe einer zweiten Person, wenn Sie allein nicht in der Lage sind, der gestürzten Person aufzuhelfen.

5) Manchmal kann sich die gestürzte Person selbst aufrichten. Wenn sie sich hinknien kann, reicht dann ein Stuhl, den man als Hochziehhilfe bereitstellt.

6) Helfen Sie beim Aufrichten als einzelne Person, dann tun Sie dies am besten von hinten, indem Sie zum Hochziehen unter die Achseln des aufgerichteten Oberkörpers greifen – während Ihr Angehöriger sich mit angewinkelten Knien gegen den Boden stemmt.

7) Hilfe zu zweit leisten Sie am besten von vorn, wobei Sie und Ihr Helfer unter eine Achsel der Person greifen, die es aufzurichten gilt, und diese hochziehen. Ein Fuß wird dabei jeweils vor einen Fuß des Hilfsbedürftigen gestellt, um ein Wegrutschen zu vermeiden.

TIPP: Sorgen Sie für eine gute körperliche Fitness durch eine mobilitätsfördernde Pflege und trainieren Sie mit Ihrem Angehörigen, wie er sich im Falle eines Sturzes aus einer Rückenlage umdrehen, hinknien und selbst wieder aufrichten kann. Bei ausgeprägter Neigung zu Stürzen ist der Einsatz von so genannten Hüftprotektoren sinnvoll, um schlimme Sturzfolgen zu minimieren. Ein Hausnotrufgerät bietet zusätzliche Sicherheit.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.